Spitalplanung mit Gesundheitscampus

Im Juni und September 2018 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Region zu gemeinsamen Workshops zur Festlegung der künftigen Gesundheitsversorgung im Simmental und Saanenland:

Medienmitteilung der Gesundheitsversorgung vom 15. September 2018:

Die zukünftige Grund- und Spitalversorgung für die Region Simmental-Saanenland nimmt konkretere Formen an: Ein Szenario mit einem Gesundheitscampus in Zweisimmen sowie einem Gesundheitszentrum in Saanen und einem integrierten Gesundheitsnetzwerk für die gesamte Region soll weiter verfolgt werden. Unter Beteiligung der Region wird nun das konkrete Leistungsangebot ausgestaltet. Dies ist das Ergebnis eines weiteren Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Region, zu dem Regierungsrat Pierre Alain Schnegg eingeladen hatte.

Seit dem Frühjahr 2018 prüft eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Region, der Spital STS AG und der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) rund ein Dutzend Varianten für eine langfristig gesicherte Grund- und Spitalversorgung der Region Simmental-Saanenland. Die Arbeitsgruppe unter externer Leitung hatte von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Gesundheits- und Fürsorgedirektor des Kantons Bern, den Auftrag erhalten, eine breite Auslegeordnung aller Möglichkeiten zu machen und alle Optionen zu prüfen. Am zweiten Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der medizinischen Leistungserbringer der Region, der Politik und der regionalen Wirtschaft präsentierte die Arbeitsgruppe ein neues Szenario mit einem Gesundheitscampus und einem integrierten Gesundheitsnetzwerk.

Aktive Mitgestaltung der Region

Das Gesundheitsnetzwerk soll alle Leistungserbringer und Gesundheitsdienstleiter umfassen und den Bedarf der gesamten Region abdecken. Sowohl Privatpersonen, Unternehmer der Region und allenfalls auch Gemeinden könnten Anteile am Gesundheitsnetzwerk halten und dadurch Verantwortung übernehmen und wesentliche Entscheidungen mitprägen. Dies ermöglicht der Region, das Leistungsangebot, z. B. durch die Ansiedelung von niedergelassenen Ärzten oder anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen auf dem Campus, selber zu bestimmen und unabhängiger von Entscheidungen zu sein, die ausserhalb des Simmentals und Saanenlands gefällt werden. Mit dem integrierten Gesundheitsnetzwerk soll die bestmögliche und sektorenübergreifende Versorgung der Bevölkerung erreicht werden und dem in der Region drohenden Hausärztemangel entgegengewirkt werden.

Campus als zentraler Bestandteil

Um Synergien möglichst optimal zu nutzen, die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zu vereinfachen und der Bevölkerung eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, bildet ein so genannter Gesundheitscampus den zentralen Bestandteil des Gesundheitsnetzwerks. Neben den stationären Leistungen sollten auf diesem Campus möglichst auch die Praxen der Haus- und Fachärzte, paramedizinische Berufe, eine Apotheke, die Maternité Alpine, die Spitex, das Alterswohnen und andere gesundheitsrelevante Anbieter Platz finden. Dieser Campus sollte in einem Neubau in Zweisimmen eingerichtet werden. Ergänzt wird dieses Angebot durch ein Gesundheitszentrum in Saanen, mit einer rund um die Uhr geöffneten Anlaufstelle, Hausarztpraxen, einer Triage und einem Rettungsdienst.

Weitere Schritte

Das Szenario Gesundheitscampus mit einem integrierten Gesundheitsnetzwerk ist am Workshop in St. Stephan vom Samstag, 15. September 2018, von den Vertreterinnen und Vertretern der Region im Grundsatz positiv aufgenommen worden. Die Umsetzbarkeit des Vorhabens hängt denn auch wesentlich von der Bereitschaft der Beteiligten ab, sich aktiv ins Projekt einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.

In der Folge wird eine Projektgruppe eingesetzt, in der alle beteiligten Akteure ein Detailkonzept erarbeiten, wobei die GEF bereit ist, die Startphase des Projekts zu finanzieren. Weiter sollen bis in zwölf Monaten ein Finanzierungskonzept unter Einbezug der GEF, der STS AG, der Region und der künftigen Akteure erarbeitet und die Klärungen betreffend die Grundstücke, Bauten und Infrastruktur erfolgen. Von Seiten STS AG werden die aktive Beteiligung an den Projektarbeiten und die Öffnung ihres Netzwerks sichergestellt.

Die Arbeitsgruppe ist überzeugt, mit diesem Vorschlag eine innovative und kooperative Lösung konzipiert zu haben, welche die medizinische Grund- und Spitalversorgung langfristig sicherstellt und den Bedürfnissen der Region gerecht wird.

Der erste Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der Region fand bereits am 16. Juni 2018 in Zweisimmen statt.

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